Die Facebook Gruppe »Happy Campingfriends« | Interview mit Gruppengründer Michel Kupferschmid

Sie gehören mit fast 5000 Mitgliedern zu einer der aktivsten Schweizer Communitys auf Facebook: Die Happy Campingfriends.
Gruppengründer und -admin Michel Kupferschmid erklärt, was den Reiz der Gruppe ausmacht und warum er mit Tassen kein Geld verdienen möchte.

Den Platzplan des Campings hätte ich mir eigentlich sparen können: Schon von weitem strahlt mich das unübersehbare Logo in fröhlichen Farben von der Rückseite eines Wohnwagens an. Der Wunsch nach diesen Klebern kam von den Gruppenmitgliedern, werde ich später erfahren. Man zeigt gerne, dass man dazugehört.Nach einem beherzten Klopfen an die Wohnwagentür werde ich von einer jungen Dame dezidiert zum nächsten Wohnwagen weitergewinkt- auch dieser ein »Happy«, wie ich anhand des Gruppenaufklebers feststelle.

Das Logo der Happy Campingfriends

Michel und Frau Steffi haben es sich bei einem Camperbier im Vorzelt von Guido und Franziska aus Hinwil gemütlich gemacht. Während draussen das Wetter vor sich hin schmuddelt, verströmt ein kleiner Petroleumofen behagliche Wärme, und ich sinniere über die Frage, ob schlechtes Wetter wohl einen echten Hardcore-Camper überhaupt von seinem Hobby abhalten könnte. Michel lacht: »Bis jetzt hat es jedes Mal, wenn wir unterwegs waren, geregnet.« Ob ein Hotel da nicht die bessere Wahl sei? Alle vier schütteln energisch die Köpfe. »Beim Campen bist du frei. Du kannst essen, wann und was du willst und musst dich nicht erst gesellschaftsfähig machen, bevor du dich an den Tisch setzt. Im Hotel ist immer alles so durchgeplant«, erläutert Michel. »Und sobald andere Kinder da sind und ein Spielplatz vorhanden ist, sind auch die Kids glücklich«, ergänzt Steffi. Verstehe: Sind die Kleinen unter sich, haben auch die Grossen mal Pause.

Happy Campingfriends | Blogbeitrag: Interview mit Michel Kupferschmied | (c) Bettina Fuchs

Michel Kupferschmid mit Ehefrau Steffi und Tocher Fiona

Was hat Michel bewogen, die Gruppe »Happy Campingfriends« zu gründen? So ganz unaufwendig ist das ja sicher nicht?!
»Ich war schon vorher in einer anderen Campinggruppe auf Facebook sehr aktiv, konnte dort aber meine Ideen nicht so einbringen«, erklärt Michel.  So hätte er sich z.B. eine Übersichtskarte mit den besuchten Campingplätzen gewünscht. Oder spezielle Konditionen auf den Campingplätzen für die Gruppenmitglieder.

Kurzerhand reservierte er den Facebooknamen und die Internet-Domain und betrieb seine neuen Happy Campingfriends zunächst als private Gruppe.  Pünktlich zum »Chlousetag«, am 06. Dezember 2015, wurde die Gruppe öffentlich, der Zutritt erfolgt aber nach wie vor nur auf Anfrage. Das erste »echte« Gruppentreffen gab's zu Ostern 2016 auf dem Camping Gitzenweiler Hof am Bodensee. Die Gruppe wuchs angangs langsam. »Mir war es nicht wichtig, möglichst schnell eine grosse Community aufzubauen«, betont Michel. Der ehrliche und freundliche Austausch unter den Mitgliedern sei ihm wichtig. Die Beiträge sollen authentisch und persönlich sein, das mache sie glaubwürdig. Querulanten droht der Rauschmiss - was allerdings gemäss Aussage von Michel bisher nur selten vorgekommen sei.

Interview mit Michel Kufperschmid | Happy Campingfriends | (c) Bettina Fuchs

Gehören ebenfalls zu den begeisterten Happys: Franziska, Tochter Samira & Guido aus Hinwil

Und so präsentiert sich das Facebookprofil der Happys als buntes Allerlei aus persönlichen Geburtstagswünschen, Tourenvorschlägen, Urlaubsgrüssen, Tipps zu Campingplätzen oder Wohnmobilausstattungsmerkmalen, aber auch immer wieder aus Fotos von eingangs genanntem Aufkleber. »Der Wunsch nach einem Gruppenkleber wurde irgendwann von einem Gruppenmitglied geäussert, da habe ich gleich welche bestellt.« Inzwischen gibt es auch Happy Fähnchen, Happy Fussmatten und Happy Kaffeetassen - davon reichlich auf dem Campingtisch vor mir. Geld verdienen möchte Michel damit nicht. Er freut sich über die grosse Identifikation der Mitglieder mit der Gruppe und gibt die Merch-Artikel zum Selbstkostenpreis ab.

Der Happy - das Schwarmwesen
Happys sind gerne unter sich, wie ich bei näherem Hinschauen auf die Facebook-Wall feststelle: Die Frage »Wer ist auch auf dem Camping XY?" ist weit verbreitet, entsprechende Fotos vom geselligen Beisammensein werden postwendend mit der Community geteilt. »Man darf das nicht unterschätzen", betont Michel. »Teilt ein Happy seine positiven Erlebnisse auf einem Campingplatz in der Gruppe, reisen häufig viele hinterher.«

Das nächste Treffen ist im Juni auf einem Erlebnisbauernhof geplant.
Vielleicht schaffe ich es ja bei einem Camperbier, die Happys mal in unsere Region zu locken?!

Das Interview führte: Bettina Fuchs
Die Happy Campingfriends auf Facebook: https://www.facebook.com/groups/happycampingfriends

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